Hermann Staudinger

geboren 23. 03. 1881, Worms (D)
gestorben 08. 09. 1965, Freiburg im Breisgau (D)

Wird als der "Vater der Makromolekularen Chemie" bezeichnet

Dr. h.c. mult.,
Inhaber zahlreicher Ehrungen und Auszeichnungen.

Nobelpreisträger in Chemie 1953
"Für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der Makromolekularen Chemie"


ab 1899 Studium der Chemie in Halle (Saale), Darmstadt und München
1903 Dissertation bei Jacob Volhard in Halle (Saale).
bis 1907 wissenschaftlicher Assistent bei Prof. Johannes Thiele in Straßburg.
1907: Habilitationsschrift über Ketene.
1907: a.o. Professur am Institut für Organische Chemie, Technische Universität Karlsruhe
1910: Untersuchung der Synthese von Isopren für die BASF. Anzweifeln der Theorien des berühmten deutschen Kautschukchemikers Carl Harries über die Aggregat-Struktur von natürlichem Kautschuk (C. Harries, Justus Liebigs Ann. Chem.  1911, 383, 184). Befürwortung erster Erkenntnisse über die „Kettenstruktur“ von Kautschuk (J. H. Gladstone, W. Hibbert, Philos. Mag. 1989, 28, 38; S. S. Pickles, J. Chem. Soc. 1910, 97, 1085).
1912: o. Professur für Organische Chemie an der Eidgenössische Technische Hochschule Zürich. Forschungen über hochmolekulare Stoffe wie Cellulose, Kautschuk.
1917: Staudinger präsentiert vor der Schweizerischen Chemischen Gesellschaft, erstmals das zu dieser Zeit höchst umstrittene Konzept, Polymere seien langkettige Moleküle, aufgebaut aus kovalent  gebundenen (chemisch verknüpften) Atomen (>10‘000 Atome).
1919: Erstmas publizierte Erwähnung des Konzepts, dass Polymere „hochmolekulare“ Verbindungen aus kovalent verknüpften, langen Kettenmolekülen seien, in H. Staudinger, Schweiz. Chem. Z. 1919, 3, 1-5, 28-33, 60-64.
1920

Zusammenfassung und Verallgemeinerung des „hochmolekularen“ Konzeptes in „Über Polymerisation“, H. Staudinger, Ber. Dtsch. Chem. Ges. 1920, 53, 1073).

1922:

Beweisführung für sein „hochmolekulares“ Konzept mittels der Ergebnisse der Kautschukhydrierung, prägt erstmals den Begriff Makromoleküle und Makromolekulare Chemie in H. Staudinger, J. Fritschi, „Über Isopren und Kautschuk: Über die Hydrierung des Kautschuks und seine Konstitution“, Helv. Chim. Acta, 1922, 5, 785-806.

1924: Arbeiten über Polystyrol
1926 o. Professur für Chemie an der Universität Freiburg im Breisgau (bis 1956).
1953 Nobelpreis in Chemie


Literatur:

[1] C. Priesner, Zur Geschichte der makromolekularen Chemie, Chemie in unserer Zeit, 1979, 13, 43-50.
[2] H. Morawetz, Schwierigkeiten bei der Durchsetzung des Polymerbegriffs – ein Essay, Angew. Chem. 1987, 99, 95-100.
[3] Y. Furukawa, “Inventing Polymer Science”, University of Pennsylvania Press, Philadelphia 1998, S. 48 ff.
[4] H. Schuller, Polymerisation von Styrol und deren Kinetik, in R. Vieweg, G. Daumiller (Hrg.), Kunststoff-Handbuch, Band 5, „Polystyrol“, Carl-Hanser Verlag, München etc. 1969, S. 87-116.
[5] D. Biedenkapp, Geschichtliche Entwicklung, in H. Gausephl, R. Gellert (Hrg.), Kunststoff-Handbuch,
Band 4, „Polystyrol“, Carl-Hanser Verlag, München etc. 1996, S. 9


Günter Lattermann (2007)